Dr. med. Luise Kommerell
Dr. med. Frank Kommerell
Fachärzte für Augenheilkunde
Fabrikstraße 8
85354 Freising
Telefon: 08161 - 94148

Diabetische Retinopathie 

   Normaler Augenhintergrund

Sowohl Diabetes Typ 1 als auch Diabetes Typ 2 können zu einer Schädigung der kleinen (kapillaren) Gefäße führen, welche die Retina mit Blut und Nährstoffen versorgen. Im Anfangsstadium kommt es zu kleinen Blutungen in der Netzhaut , weiterhin kann durch die geschädigten Gefäße Flüssigkeit in die Netzhaut austreten und Einlagerungen bilden (Harte Exsudate).In diesem Stadium der so genannten nicht-proliferativen oder Hintergrund-Retinopathie merkt der Betroffene meist noch wenig von der Retinopathie.Erst wenn die Flüssigkeit in das Sehzentrum (Makula) eindringt wird das Sehen schlechter.
 
    Diabetische Makulopathie
 
Im fortgeschrittenen Stadium der Komplikation, der so genannten proliferativen Retinopathie, bilden sich (durch Sauerstoffmangel ) neue Blutgefäße in der Retina (Netzhaut). Die Netzhaut benötigt den Sauerstoff und die Nährstoffe für ein regelrechtes Funktionieren. Diese neuen Gefäße sind fehlerhaft entwickelt und können wahllos auf der Netzhaut und ins Augeninnere wachsen. Durch die undichte Gefäßwand kann Flüssigkeit in die Netzhaut austreten und zu Ödemen (Schwellungen) führen ,falls es zu größeren Blutungen in den Glaskörper kommt sieht der Patient plötzlich nichts mehr.
 
    Glaskörperblutung

Wenn Gefäße ins Augeninnere wachsen , können sich Bindegewebsstränge entlang der Gefäße bilden und es kann eine durch Zug an der Netzhaut verursachte Netzhautablösung entstehen und damit zur Erblindung des Auge führen.
 

Papillenproliferation                           Proliferationen und Blutungen  
 
Diabetes ist zusammen mit (Glaukom) die häufigste Erblindungsursache in Europa

Risiko Faktoren: 
Erhöhter Blutzucker, erhöhter Blutdruck,Rauchen (Nikotin) kann zur Schädigung der kleinen Blutgefäße im Auge beitragen.
Beschwerden und Symptome: 
In den frühen Stadien einer diabetischen Retinopathie werden oft keine Symptome bemerkt, auch das Sehvermögen scheint unverändert - obwohl die Erkrankung bereits fortgeschritten sein kann!
Wenn der Patient eine Sehverschlechterung aufgrund einer Retinopathie feststellt ist die Netzhaut bereits geschädigt.Deshalb ist es wichtig, dass Diabetiker ihre Augen regelmäßig von einem Augenarzt untersuchen lassen.(Mindestens 1 mal jährlich)
Therapie:
Die Therapie der 1. Wahl bleibt immer noch die (Argon-)Laserbehandlung.Bei dieser werden mit einem scharf gebündlten Licht (dem Laser) kleine Verbrennungen auf der Netzhaut gesetzt.Es können undichte Stellen verschlossen und Teile der Netzhaut "verödet" werden.Die flächige Laserbehandlung dient zu einer besseren Durchblutung der Netzhaut Mitte ( Makula ).
Flüssigkeitsaustritt im Bereich der Makula kann durch Injektion spezieller Medikamente in den Glaskörper
positiv beeinflußt werden und ggf sogar zum Stillstand gebracht werden.
Sollten bereits Gefäßneubildungen mit Zug an der Netzhaut bestehen muss eventuell eine Glaskörperentfernung (Vitrektomie) mit Entfernung der Gefäßneubildungen durchgeführt werden.